3. AHLERT FUTSALCUP: 21. und 22. Januar 2017

Futsal ist bisweilen eine ernste Angelegenheit. Den beiden Herren in gelb jedenfalls kommt besser keiner dumm: Freundlich, aber doch sehr bestimmt nimmt sich der Referee den jungen Balltreter zur Brust. „Fünf Meter, bitte!“, korrigiert der Spielleiter. Ordnung muss sein. Wenn schon Futsal, dann richtig. Das denken sich die Organisatoren des SC Reckenfeld schon seit längerem – am Wochenende stieg in der Rönnehalle der dritte SCR-Futsalcup.

Für den Verein ein echtes Alleinstellungsmerkmal in der regionalen Fußball-Landschaft. Für Aktive und Fans ein Erlebnis. Keine großen Tore, fast keine Fouls, schon mal gar kein krachendes Über-Bande-Geballer, und eher nachdenklich-neugierige statt lustig-lauter Stimmung auf der Tribüne. Hallenfußball in Anzug und Krawatte. Etwas humorlos, finden die Flipper-Könige. Super spannend, meinen die Edeltechniker.

„Man muss für diesen Sport erst mal ein Gefühl bekommen“, meint einer, der es ausprobiert hat: SCR-Übungsleiter-Dino Thorsten Schwarz ist mit seiner U17 im Rennen, ein paarmal sind sie im Vorfeld extra in die Halle umgezogen. Ob’s was gebracht hat? Nun ja. Nicht immer wollte das Spielgerät, das kaum springt, so wie die Reckenfelder Jungs. Aber: Dass die Gastgeber selten bis nie auf die vorderen Plätze schielen, liegt vor allem an der bockstarken Konkurrenz, die teilweise aus der Westfalenliga kommt.

Doch die lokale Fahne können sie auch hochhalten, obschon es nix zu gewinnen gibt. Zum Beispiel, wenn alte Bekannte vorbeischauen, wie etwa René Köster . Der war mal Jugendkoordinator im Ortsteil, jetzt coacht er die B1 des SC Greven 09 . „Wir sehen uns dann im Finale!“, scherzte Kult-Übungsleiter Schwarz zu seinem Ex-Kollegen. Beide scheinen nicht so richtig daran zu glauben. Und Tatsache: Das Derby im Endspiel blieb ein Luftschloss.

Schwer zu stemmen hatten auch die jüngsten Kicker aus Reckenfeld und Greven – immerhin Platz fünf sprang für die Gastgeber heraus, die sich in ihrem Platzierungsspiel mit 3:1 gegen den FC Eintracht Rheine durchsetzten. Greven 09 schied hingegen in der Gruppenphase aus. Titelverteidiger Eintracht Dortmund war von keiner Mannschaft aufzuhalten. (Das Ergebnis der U-19-Konkurrenz stand bei Redaktionsschluss noch nicht fest).

Souveränität freilich regiert am Orga-Pult: Einzig, als die Anzeigetafel einmal kurzzeitig Eigenleben entwickelt, bricht ein Hauch von Stress aus. Wie lange war jetzt noch zu spielen? „3:30!“, bölkt einer der sonst eher stillen Zuschauer. „Nee, 4:30!“, erwidert ein anderer. „Wer bietet mehr?“, ruft der Hiltruper Trainer kurzerhand die zünftige Versteigerung aus. Futsal – ein bisschen humorlos? Von wegen…

 

Quelle: Westfälische Nachrichten