So lief die 1. Auflage des FUTSALCUP am 21. und 22.Februar 2015

„ES WIRD WENIGER GEBOLZT“

Reckenfeld – Ein bisschen Eingewöhnung bedurfte es: anderer Ball, andere Regeln – dann aber ging es rund beim Futsal-Cup des SC Reckenfeld. In die Entscheidung konnten die Heim-Teams nicht eingreifen. Einzig die U 15 des SCR schaffte es bis ins Finale und wurde am Ende Zweiter.

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Es gibt gewiss Sportarten, die ein besseres Image haben als Futsal: Die moderne Variante des klassischen Budenzaubers wird in vielen Fußballvereinen eher stiefmütterlich behandelt. Die Tore zu klein, der Ball springt nicht richtig, kein Platz für die gepflegte Grätsche und nicht einmal die allseits beliebte Bande – das passt nicht ins Weltbild einiger Hallenfußball-Traditionalisten.

Der SC Reckenfeld hat sich auf die Fahne geschrieben, den Futsal – entgegen aller Zweifel – groß rauszubringen: „Wir möchten zeigen, dass Futsal funktioniert – und Spaß macht“, brachte es Tim Vallandi, sportlicher Leiter der SCR-Jugendfußballer, auf den Punkt. Einen mehr als tauglichen Beweis dafür lieferten die Reckenfelder am Wochenende: Der erste SCR-Futsalcup in der Emssporthalle wurde zu einem schönen Erfolg für Organisatoren, Zuschauer und nicht zuletzt für die Aktiven, die in vier Turnieren um den neu geschaffenen Wanderpokal kämpften. „Mit dem Wanderpokal wollen wir zeigen, dass wir Futsal bei uns etablieren möchten“, verdeutlichte SCR-Jugendobmann Artur Karliczek, der nicht ohne Stolz feststellte: „Unsere Turniere sind die einzigen Futsal-Wettkämpfe für Junioren im gesamten Kreis“. Das schlug sich in der prall gefüllten Teilnehmerliste nieder – viele Teams waren neugierig auf Futsal.

Den Anfang machten am Samstagvormittag die U 17-Mannschaften. Dabei war selbstredend auch eine Abordnung des SC Reckenfeld, die nach drei Niederlagen allerdings bereits in der Vorrunde die Segel strich. Über den Titel jubelte die DJK Arminia Ibbenbüren. Auch im zweiten Turnier, dem Kräftemessen der U 19-Truppen, fand die Entscheidung ohne die Gastgeber statt: Reckenfeld wurde Fünfter, die DJK TuS Hordel freute sich über den Pokal. „Die Qualität der Spiele ist beachtlich“, staunte SCR-Vorsitzender Andrew Termöllen, als er Samstag in der Halle vorbeischaute. Und auch Tim Vallandi bemerkte: „Es ist auffällig, dass die Partien im Laufe des Turniers stetig besser werden“. Der Grund: „Die Spieler gewöhnen sich scheinbar an die Besonderheiten der Sportart“.

In der Tat: Zuvorderst durch den sprungreduzierten Ball ist beim Futsal einiges anders als beim herkömmlichen Hallenfußball. Auch dass mangels Bande keine kuriosen Flipper-Tore fallen, ist neu – doch so bleibt wohltuend wenig dem Zufall überlassen. Hohe Aufmerksamkeit wird der Turnierleitung abverlangt: Denn bei jeder noch so kleinen Unterbrechung wird die Zeit gestoppt. Die Schiris Thorsten Kaatz, Gereon Melchers, Mustafa Kosar, Cihangir Kosar und Jens Scheltrup pfeifen sonst Partien bis zur Futsal-Regionalliga – am Wochenende wachten sie beim Nachwuchs über die Regeln.

Der ging Sonntagvormittag in den zweiten Turniertag: Zunächst ermittelten die U 13-Junioren ihre Gewinner – erneut, ohne dass die Lokalmatadore vorne mitmischen konnten. Der SC Greven 09 schied nach Sechsmeterschießen gegen Eintracht Rheine im Viertelfinale aus, der SCR unterlag an gleicher Stelle dem späteren Turniersieger Hombrucher SV mit 0:5. Beim abschließenden U 15-Turnier jedoch haute dann auch der Gastgeber auf die Pauke: Überraschend stürmte der SC Reckenfeld bis ins Endspiel. „Wir waren spielerisch sicher nicht die beste Mannschaft, aber kämpferisch voll auf der Höhe“, waren die Trainer Thorsten Schwarz und Dirk Fisseler begeistert vom Auftritt ihrer Jungs – die in einem spannenden Finale einfach Pech hatten. Erst das Gegentor, dazu ein Pfostenschuss Sekunden vor Schluss – so wurde die 0:1-Niederlage gegen die Ibbenbürener Spielvereinigung besiegelt.

Nach einem kurzen Moment der Trauer konnten sich die SCR-Kicker dann aber doch auch über Platz zwei freuen. Ebenso wie die Organisatoren über die gelungene Futsal-Premiere: „Es hat alles reibungslos geklappt“, bilanzierte Tim Vallandi glücklich.

Artikel aus den Westfälischen Nachrichten vom 24.02.2015, Autor: Stefan Bamberg